Bernd Busemann MdL
Besuchen Sie uns auf http://www.bernd-busemann.de

DRUCK STARTEN


Neuigkeiten
14.02.2014, 12:09 Uhr
Der Hüter des Landtags
Busemann-Porträt im Jahrbuch "Zeitgeist 2013"
Für das Jahrbuch "Zeitgeist 2013" porträtierte das Architekturbüro BLOCHER BLOCHER PARTNERS aus Stuttgart Landtagspräsident Busemann unter dem Titel "Der Hüter des Landtags". Das Unternehmen ist mit der Planung und Ausführung des Landtagsumbaus beauftragt.
Unter der Woche hält Bernd Busemann seine Schäflein im Niedersächsischen Landtag zusammen. Am Wochenende tauscht der Landtagspräsident Anzug gegen Cordhose und hütet Schafe im Emsland. Einblicke in das Leben eines Grenzgängers.
 
Auf dem eingedeckten Tisch im Büro des Landtagspräsidenten brennt eine Kerze. Es wird Kaffee gereicht und Tee. Bernd Busemann empfiehlt den Besuchern Tee: Friesische Blattmischung, aufgegossen mit Emsländer Quellwasser.

Womit wir beim Thema sind. Denn Busemann, Mitglied des niedersächsischen Landtags und gleichzeitig sein Präsident, stammt aus dem beschaulichen Dörpen, rund zweieinhalb Autostunden nordwestlich von Hannover.

Unter der Woche wohnt er in der Südstadt, die Wochenenden gehören der Familie im Emsland. Und seinen Tieren, einer Herde Bentheimer Landschafe. Die Rasse gilt als selten, sie war vom Aussterben bedroht. Auch dank Busemanns Zucht hat sich der Bestand wieder erholt. Die im Gesicht markant gefleckten Tiere sind seine Leidenschaft.

Der studierte Jurist, sonst ganz Landespolitiker, betätigt sich in der parlamentsfreien Zeit gerne als Landwirt. Nicht nur auf der Homepage, wo Busemann mit Schiebermütze inmitten seiner Herde auf der Weide zu sehen ist. Andere Bilder zeigen ihn in Gummistiefeln, kräftig zupackend mit Mistgabel, Schubkarre oder Eimern. Oder an ein Straßenschild gelehnt, das den Name seines Vaters trägt, der hier mal Bürgermeister war. Von ihm hat der Sohn nicht nur den „Stallgeruch“ geerbt sondern auch den politischen Instinkt.

Busemann hat auf Kreis- und Landesebene so ziemlich alles erreicht, war Kultusminister und Justizminister; seit rund einem Jahr steht er dem niedersächsischen Landtag vor.

Vor dem Portikus, am Fuße der Freitreppe, parken schwere dunkle Oberklasse-Limousinen, drinnen im Plenum geht es hitzig her bei einer der letzten Sitzungen vor der Winterpause.

Das Büro des Landtagspräsidenten ist da wie das Auge des Sturms. Vor einer Woche hat Orkantief Xaver noch ein Treffen zwischen uns vereitelt, auch Busemanns Hof wurde in Mitleidenschaft gezogen. Jetzt aber weht sozusagen nur ein raues Lüftchen herüber von seinem Schreibtisch, wo die Debatte vom Plenarsaal über den PC-Monitor flimmert.

Hannover, Dörpen, es gibt noch einen dritten Ort, der Busemann geprägt hat: Köln. Dort, im 15. Stock des Uni-Centers, einem der größten Wohnhäuser Europas, hat der Student der Rechtswissenschaften einen sehr urbanen Blick auf die Welt gewonnen, auch die Liebe zur Popmusik ist zwischen den Seminaren neu entflammt.

Mit den Beatles fing es in den 60er-Jahren an. „Ich war von der Musik geradezu elektrisiert“, sagt Busemann, die ihn nach eigenen Angaben beinahe das Abitur gekostet hat, so versessen war er auf sein Hobby. Okay, er hat die Kurve gekriegt, aber in Köln ist er rückfällig geworden. Hat erst Plakate geklebt für die Größen des Musikgeschäfts, später als eine Art Roadie gearbeitet – und dafür immer über Backstage-Pässe verfügt. „Sie können sich vorstellen, wie beliebt ich bei meinen Kommilitonen war“, sagt Busemann und lacht. Ein Glück, dass es in Niedersachsen Radio 21 gibt, ein Sender, der Rock und Pop spielt und dem Wochenendpendler die 500 Kilometer Fahrtstrecke erträglicher macht.

Auch der Karneval ist natürlich nicht spurlos an Busemann vorbeigegangen. In Köln hat er die fünfte Jahreszeit als „wunderbares Volksfest der Straße“ kennen gelernt. Vielleicht bekleidet er auch deswegen das Amt des Ehrensenators im Papenburger Carnevals-Vereins, der regelmäßig den Gerd-Bliede-Orden verleiht, eine unter Karnevalisten prestigeträchtige Auszeichnung. Auch Busemann gehört zu den Preisträgern und so, wie er erzählt, nimmt man ihm gerne ab, dass dem kernigen Emsländer der Schalk im Nacken sitzt.
Wie zum Beweis erzählt er von seiner Schwäche für Marzipan und wie ihn die Schwiegereltern aus Celle immer großzügig mit der Mandel-Zucker-Masse für den Nachhauseweg versorgt haben. Nur: „Die Marzipaneier haben erst gar nicht die Autobahn gesehen.“

Busemann ist kein Kostverächter. Auf dem Tisch im Landtagsbüro steht eine Schale mit Dominosteinen, es muss nicht immer Marzipan pur sein. In Hannover darf es auch gerne mal ein Stück Fleisch sein – „500 Gramm, T-Bone-Steak“ –, zuhause in Dörpen bevorzugt er Hausmannskost. „Eintöpfe, richtig ungesund“, sagt Busemann und lacht wieder. Jedenfalls „kein Veggi“, ein kleiner Seitenhieb auf den politischen Wettbewerb.

Den Beruf als Anwalt und Notar lässt er wegen seiner Rolle als Landtagspräsident ruhen, obwohl er immer wieder in der Kanzlei nach dem Rechten sieht. So wie nach seinen Schafen, für die Busemann naturgemäß die stärkste Bezugsperson ist. So liegt es auch an ihm, sie zu locken, falls sie wieder mal ausgebüxt sind, erzählt er.
Ein gutes Stichwort. Was würde ihn noch reizen, Zeit vorausgesetzt? Busemann muss nicht lange überlegen. Sportveranstaltungen besuchen, Popkonzerte, natürlich, und Reisen. Früher sei er viel rumgekommen: USA, Orient, Afrika. Seine Frau würde ihm keine Steine in den Weg legen. „Wenn du meinst, dann zieh’ los“, hat sie gesagt, sagt Busemann mit dem Schalk im Nacken. An Zielen mangelt es nicht: Australien, die Wüste Gobi, der Amazonas.

Er wollte dieses Jahr mit der Fußball-WM in Brasilien anfangen. Vier Wochen, alle Spiele, das volle Programm. Doch die Spiele finden genau während der Sitzungen des Landtags im Juni und Juli statt. Er überlegt nun, zur Sommer-Olympiade 2016 nach Brasilien zu fahren.
Bis auf Weiteres wird Bernd Busemann also vor allem zwischen Hannover und Dörpen unterwegs sein.