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04.08.2016, 13:03 Uhr
"Zusammenarbeit der Religionen wichtiger denn je"
Landtagspräsident Busemann besuchte das "Haus der Religionen"
Christen, Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten, Bahai, die großen Religionen und ihre verschiedenen Konfessionen arbeiten zusammen im Haus der Religionen in Hannover. „Das ist einzigartig in Deutschland und in Zeiten wie diesen wichtiger denn je“, sagte der Präsident des Niedersächsischen Landtages Bernd Busemann bei einem Besuch vor Ort.

„Hier geht es darum, Vorurteile und Fehlinformationen durch Information und gegenseitiges Kennenlernen zu überwinden oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die dazu geleistete Bildungsarbeit hilft, den Kern aller Religionen frei von tagespolitischen Bezügen zu erkennen: Frieden, Respekt und Achtung anderer Menschen und ihres Glaubens“, betonte Busemann. Zuvor hatten Professor Wolfgang Reinbold als Vorsitzender des Trägervereins „Haus der Religionen e.V.“ gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied Ali Faridi und den pädagogischen Mitarbeiterinnen Ulrike Duffing und Cordula Canisius-Yavuz das Bildungsprogramm des Hauses vorgestellt und über den 2018 beginnenden Ausbau informiert. Hier gelte es, auf die Nachfrage der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu reagieren. „Unsere Raummöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Zurzeit stehen uns nur ein Büroraum und ein Seminarraum für maximal 30 bis 40 Personen zur Verfügung“, sagte Reinbold.

Beeindruckt zeigte sich der Landtagspräsident von der Internetseite http://www.religionen-entdecken.de/, die täglich über 1.000 Mal aufgerufen wird. Dort können Kinder ihre Fragen zu den verschiedenen Religionen, ihren Glaubensinhalten und den oft auch schwierigen Themenfeldern etwa der Moralvorstellungen eingeben, die dann von Experten in kindgerechter Sprache beantwortet werden.

„Ich halte es für absolut richtig, bereits den Kindern ein offenes, tolerantes Verhältnis zu dem Glauben anderer Menschen zu vermitteln. Auch deshalb halte ich es nach wie vor für eine gute Entscheidung, dass während meiner Amtszeit als Kultusminister erstmals der Islamische Religionsunterricht an niedersächsischen Schulen eingeführt wurde“, sagte Busemann. Einig war sich der Landtagspräsident mit den Vertretern des Hauses der Religionen darüber, dass Glaubensinhalte nicht politisch instrumentalisiert werden dürften. „Für radikalisierte Formen der Religion gibt es hier keinen Platz. Weltoffenheit und Dialogfähigkeit mit anderen Kulturen, Mentalitäten und Religionen sind unser Anliegen. Dabei orientieren wir uns am Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, das Meinungs- und Religionsfreiheit, Menschenwürde und Demokratie garantiert“, bekräftigte Prof. Reinbold.

„Diesen Ansatz kann ich nur unterstützen. Eigentlich bräuchten wir in jeder Stadt der Größenordnung Hannovers ein Haus der Religionen“, so der Landtagspräsident abschließend.